Das WordCamp 2011 in Köln

WordCamp Köln 2011

Schon zum vierten Mal in Folge trafen sich dieses Jahr WordPress Entwickler und Anwender zum WordCamp, einer jährlich stattfindenden Veranstaltung rund um die Software WordPress. Im Rahmen von Vorträgen und Gruppendiskussionen wurde Fachwissen rund um die beliebte Bloggersoftware ausgetauscht, zwischen den einzelnen Sessions bliebt Zeit fürs Networking. von Matthias Rasche

Der Veranstaltungsort

Nach Hamburg, Jena und Berlin wurde für das diesjährige WordCamp Köln als Veranstaltungsort ausgewählt. In verschiedenen Räumen der humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln konnten jeweils fünf Sessions gleichzeitig gehalten werden. Das Erdgeschoss stand als allgemeine Aufenthaltsmöglichkeit zur Verfügnug, zudem konnten hier in den Pausen kostenlose Getränke und Speisen eingenommen werden. Prinzipiell war die Location nicht schlecht gewählt, bot häufig aber nicht genügend Platz für alle Interessierten einer Session. So war es nicht selten der Fall, dass einige Zuhörer stehen oder auf dem Boden sitzen mussten.

Themen auf dem WordCamp

Die erste Session, an der ich teilnahm, versprach das Thema WordPress & SEO für Fortgeschrittene und Profis – so war es zumindest mit zwei und drei Sternchen markiert, es stellte sich jedoch größtenteils als eine Auflistung der Grundlagen heraus. Der Hinweis auf das Plugin wpSuggest könnte für Blogger interessant sein, die nicht lange nach wichtigen Keywords für die Überschrift eines Artikels recherchieren wollen – über die Google-API werden themenrelevante Keywords zu einem eingegebenen Hauptbegriff angezeigt. Der Referent schlägt zudem vor, doppelte Links (zum Beispiel zur Startseite) zu entfernen oder zu verschlüsseln, mit WP-OnPage stellt er dafür eine selbstentwickelte Lösung bereit. Eine gute Zusammenfassung der übrigen Sessions zum Thema SEO und Affilinet-Marketing gibt es übrigens in diesem Artikel der Webmaster-Zentrale.

Die nächste Session sollte sich mit Hooks, Filtern und Actions auseinandersetzen – für viele Entwickler ein spannendes Thema, lassen sich so doch bestimmte Elemente, Ausgaben und Abläufe von WordPress individuell beeinflussen. Leider stellte sich die Session eher als eine Definition der oben genannten Begriffe heraus und behandelte die Themen nicht praxisorientiert, was für viele Zuhörer für Verwirrung sorgte, die sich keine sinnvolle Anwendung der Funktionen vorstellen konnten. Somit hätte sich die Session vielleicht entweder komplett an fortgeschrittene Nutzer richten sollen – dann aber auch mehr in die Tiefe gehen – oder an Anfänger, dann aber sinnvolle Beispiele präsentieren.

Interessant wurde es mit der von Inpsyde (der Firma hinter WordPress Deutschland) vorgestellten Lösung zur Mehrsprachigkeit von WordPress mittels der Blognetzwerk / Multisite Funktion. In naher Zukunft wird es ein Plugin geben, das das Verwalten mehrerer Blogs unterschiedlicher Sprachen zulässt, der Clou dabei ist, dass die Mehrsprachigkeit nicht an das Plugin gebunden ist. Das heißt, dass selbst bei einem Ausfall oder Entwicklungsstopp des Plugins die einzelnen Blogs weiterhin funktionstüchtig sind, dies ist ein klarer Vorteil zu vielen anderen Plugin-Lösungen, die die Inhalte der Datenbank so verändern, dass die Seite ohne das Plugin nicht mehr richtig funktioniert.

Andreas Graap stellte die WordPress Blognetzwerk Funktion als Tool für Linknetzwerke vor. Um ein Linknetzwerk nicht auffliegen zu lassen, müssen die einzelnen Seiten jedoch auf unterschiedlichen Servern gehostet werden – dies ist ohne Weiteres per Blognetzwerk nicht möglich, da zwangsläufig alle Blogs auf dem selben Server liegen. Abhilfe kann ein Script schaffen, das die einzelnen Webseiten als HTML-Dateien exportiert und automatisiert auf einen anderen Server lädt. Ob der Aufwand in Relation zum Nutzen steht, muss jeder selbst entscheiden. Neben den unterschiedlichen Servern sind aber auch unterschiedliche IP-Adressen, unterschiedliche Whois-Einträge und das Vermeiden von Footprints (wie zum Beispiel die Nutzung von AdSense oder den Webmaster-Tools) unerlässlich, um nicht als Linknetzwerk enttarnt zu werden.

Fazit für das WordCamp in Köln

Als Fazit lässt sich festhalten, dass das WordCamp 2011 besonders für Einsteiger sinnvoll war, da viele Themen auf Anfängerniveau gehalten wurden, es gab sogar eine allgemeine Einführung in die Software.
Für das nächste WordCamp würde ich mir größere Räume, eine realistischere Einordnung der Schwierigkeitsgrade der Sessions und tiefergehende Session-Themen wünschen. Meines Erachtens hat das WordCamp Jena bisher am besten in das Bild eines professionellen BarCamps / Commmunity-Treffens gepasst. Dennoch haben es die Organisatoren mal wieder geschafft, die WordPress Deutschland Community für einen Tag an einem Ort zu versammeln – ein Ereignis, das es auch in den nächsten Jahren weiterhin geben sollte.

Veröffentlicht am 26. September 2011, abgelegt unter WordPress

3 Kommentare

Bernhard
Bernhard sagt:

Hey, der Tipp mit wpSuggest ist wirklich top! Ich habe die Session nicht besucht, da ich mir schon gedacht habe, dass es nur sehr allgemeine Tipps gibt, die ich schon jeder kennt. Aber das Plugin kannte ich bisher noch nicht. Nochmals vielen Dank!

Sascha
Sascha sagt:

Ich freue mich schon auf das neue Camp in 2012 gibt es dazu schon Infos?